Kinder und Handys
Da muss
ich mir neulich im Bus anschauen, wie meinem siebenjährigen
Sohn und meiner neunjährigen Tochter fast die Augen übergehen,
als ein etwa gleichaltriges Mädchen einsteigt und ihr Handy zückt.
Sie setzte sich zwei Reihen hinter uns und fing an ein Spiel mit moderner
Musik auf ihrem Handy zu spielen. Meine beiden konnten ihren Blick fast
nicht abwenden, schon lange wünschen sie sich ja auch ein eigenes
Handy. Gerade diese tollen Handygames haben es mein Sohn besonders angetan.
Ich habe mich da schon öfters gefragt, ob ich mich da auf einen
Kompromiss einlassen oder lieber doch auf mein Bauchgefühl hören
soll? Denn das ist eindeutig gegen ein Handybesitz in so jungen Jahren.
Wenn ich in den
Nachrichten
höre, wie viele Jugendliche bereits
hoch verschuldet sind- Zahlen werden da genannt: “12% der 13-jährigen
haben mehr als tausend Euro Schulden“ und sofort muss ich meinem
Bauchgefühl zu stimmen. „nein, sie brauchen wirklich noch
eigenes Handy. Mit
ihrem neusten Handy laden sich diese jungen Menschen ständig
die coolsten und tollsten Klingeltöne runter. Ein neues Lied einer
angesagten Band kommt heraus, da muss man auch schon den passenden Klingelton
dazu haben. Sie verschicken unzählige, teure SMS und führen
Dauergespräche mit ihren Freunden…und am Ende des Monats
kommt das böse Erwachen. Die Kosten für all das sind für
die Jugendlichen doch nicht mehr überschaubar und die Rechnung,
die sie mit ihrem Taschengeld natürlich nicht mehr bezahlen können. Wozu
brauchen denn meine Kinder ein Handy? Zur
Kommunikation ja wohl nicht, denn in diesem Alter treffen sie sich ja
noch einfach zum Spielen auf der Straße, man quatscht oder man
telefoniert miteinander. Ich
habe nur das Gefühl, dass die Kinder, wie bei vielen anderen
Dingen auch, immer früher Handys bekommen. Inzwischen boomt der
Markt mit Kinderhandys- nicht nur in den Handyshops, auch im Internet
werden zahlreiche spezielle Handys für immer jünger werdende
Kinder ab 90 Euro angeboten. Nokia z.B. bietet neun verschiedene Modelle
an, ein paar davon für Kinder ab dem 4. Lebensjahr! Obwohl die für
meinen Geschmack eher einem Walkie-Talkie ähneln, als einem „richtigen“ Handy
und das Cover sehr niedliche bis babyhafte Motive hat. Es
gibt nur seltene Momente, in denen ich mir überlege, so ein „Notfallhandy“ wäre
heute nicht schlecht. Z:B. als ich meine Tochter vor einem Monat auf
den Weihnachtsmarkt, zur Eisbahn brachte und selber zu einem Termin musste.
Natürlich verzögerte sich mein wichtiges Gespräch und
ich kam viel zu spät am Markt an. In so einem Moment hätte
ich sie einfach gerne informiert. Oder wenn sie mit dem öffentlichen
Bus von der Schule nach Hause kommen, sich dabei verspäten und ich
mich sorge. Mit einem Anruf oder einer SMS wäre schnell geklärt,
wo sie sich gerade aufhalten und die Sorge um sie verschwunden. Auch
ist die Ortungstechnik bei den neusten Handys ein positiver Aspekt, mit
der man immer feststellen kann, wo sich das Kind mit dem Handy- gerade
im Notfall- aufhält.
Bei mir
ist es jetzt genau zehn Jahre her, als ich mein erstes Handy kaufte.
Ich wollte, als ich hochschwanger war, immer erreichbar sein, habe
aber sehr wenig telefoniert. Erst seit ich in einer Wochenendbeziehung
lebe, ist mein Handy mehr in Gebrauch und meine Rechnungsbetrag deutlich
gestiegen. Bei Modelle und Design gab es ja damals nicht so eine Riesenauswahl
wie heute, man hatte noch keine Qual der Wahl. Erickson, Sony, Motorola
oder Siemens, jeder Anbieter hatte damals höchstens zwei Modelle
im Angebot. Mein erstes Handy war ein Alcatel mit einem riesengroßen
Akku und gab es in allen Farben des Regenbogens. Ich bin aber dann recht
schnell zu den Nokiahandys gekommen. Mir gefiel dabei die Menüführung
am besten, es war total unkompliziert in der Handhabung. Egal welches
Modell ich mir davon kaufte, ich wusste, damit komme ich zurecht! Seid
dem ich aber mal für zwei Jahre, aufgrund eines tollen Angebotes,
ein Samsunghandy hatte und nicht sehr gut damit umgehen konnte, weiß ich
dass ich in Zukunft nicht mehr vergleichen brauche, sondern bei der Firma
Nokia bleibe.
mehreren oder
nur eine so genannte Multifunktionstaste Ein
Handygerät mit Prepaid-Karte ist vor allem dann sinnvoll,
wenn wenig telefoniert und nur erreichbar sein und angerufen werden möchte.
Es ist günstiger, da es ohne Grundgebühr, ohne Vertrag und
Laufzeit ist. Erst mit der Zeit, im Gebrauch, zeigen sich die wahren
Kosten. Die einzelnen Verbindungen und das Mitteilungen schreiben sind
wesentlich teurer als bei einem Vertrags-Handy. Jedoch hat man eine Kostenkontrolle,
da man es angezeigt bekommt, wenn man sein sich gesetztes Limit überschritten
hat. Im Gegensatz zum Vertrag, bei dem man erst mit der Abrechnung
seine Ausgaben kontrollieren kann. Trotzdem
habe ich mich immer für einen Vertrag entschieden. Ein
Grund dafür war auch, dass mein Mann sich sehr viel beruflich im
Ausland aufhält und die Handygeräte mit der Prepaid-Karte durch
die Rooming-in-Gebühren da nicht funktionieren. Bei den Tarifen,
die immer verändert und neu angeboten werden, kenne ich mich nicht
so gut aus. Mein Mann hat da den besseren Durchblick behalten und sucht
für uns den passenden Tarif aus. Inzwischen haben wir einen so genannten
Partnervertrag, bei dem wir hauptsächlich in der Grundgebühr
sparen. Wir haben dadurch natürlich auch das gleiche Netz, wodurch
die Verbindungen günstiger sind. In
der Zeit der „fotolosen“ Handys hatte ich mal ab und
zu von anderen ein lustiges Logo, per sms geschickt bekommen, aber ein
Logo runter zuladen, auch wenn es noch so lustig ist, kam mir eigentlich
nie in den Sinn. Die Logos, die Nokia auf den Handys anbot, reichten
mir da eigentlich immer aus. Jetzt habe ich ein Handy mit integrierter
Kamera und als Logo immer ein neues Foto meiner drei Kinder. Ansonsten
benütze ich die Fotofunktion eigentlich ganz selten, vielleicht
mal um eine lustige Szene festzuhalten und als Bildmitteilung an unsern
Papa in der Ferne zu verschicken. Die Bilder, die so eine Kamera in einem
Handy macht, sind mir zu unscharf und ungenau. Außerdem ist mir
auch der Preis, die eine Bildmitteilung kostet, einfach zu hoch, um diese
Funktion öfters zu benutzen. Was
ich dagegen sehr oft am Tag nütze, ist das SMS schreiben.
Schnelle Treffpunkte ausmachen, kurze Infos weitergeben oder einfach
nur einen lieben Gruß verschicken - das erledige ich lieber mit
einer kurzen, günstigen SMS, als mit einem Anruf, wobei man doch
sehr schnell ins Plaudern gerät. Eine Zeitlang bekam ich auch immer
so nette Sprüche, kleine gereimte Gedichte, per SMS geschickt-
das fand ich ganz toll. Ich habe sie auch eine lange Zeit im Handy
gespeichert und immer wieder mal durchgelesen und mich daran erfreut. Auch
bei den Klingeltönen wähle ich mir die billigere Variante
aus und kann gar nicht nachvollziehen, dass man sich dafür in Unkosten
stürzt, nur um jede Woche einen neueren, besseren Klingelton zu
haben. Gerade hinter den Klingelton-Angeboten verstecken sich doch oft,
nicht auf den ersten Blick erkennbare, Abos, die die Handykosten in die
Höhe treiben. Ich kann mich meistens für einen der gespeicherten
Klingeltöne begeistern. Wenn mein Partner einen Anruf erhält,
ertönt plötzlich das Babygebrabbel unseres jüngsten Sohnes.
Er nützt die verschiedenes Funktionen und Extras, die ein neueres
Handy hat, mehr als ich.
Auch bei dem Zubehör bin ich da wohl die Bescheidenere, denn außer dem Akkugerät brauche ich nichts. Mein Mann kann da auf das Headset, die Autohalterung, die Freisprechanlage und das Kfz-Ladekabel nicht verzichten. Ich finde, dass wir bei der großen Auswahl an Zubehör recht wenig besitzen, denn Freunde und Bekannte von uns, können da wesentlich mehr vorzeigen. Da darf die schicke Handysocke, in der das Handy mit dem hippsten Cover und dem süßen Handyschmuck, aufbewahrt werden. Vor allem die weiblichen Freunde mögen diesen außergewöhnlichen Handyschmuck. Für uns ist das sind diese schmückenden Extras eher unwichtig. Störend empfinde ich Handys und ihre Besitzer, wenn sie an unangebrachten Orten und Zeitpunkten, ihr Gerät nicht ausgeschaltet haben, wie z.B. im Theater, im Konzert oder im Krankenhaus. Manche von ihnen sind sogar so dreist und telefonieren direkt neben einem Handy-Verbotsschild oder nach einer Aufforderung, die Apparate auszuschalten. Bei dem ganzen Hin und Her, den vielen Vor- und Nachteilen, bleibt mir abschließend nur zu sagen, dass ich trotz alldem nicht auf mein Handy verzichten kann, denn ohne dies, wäre eine Kommunikation unter der Woche mit meinem Partner nur erschwerend und manchmal sogar gar nicht möglich. Trotzdem werden meine beiden Kinder noch ein, zwei Jahre ausharren müssen, bis sie sich selbst stolze Besitzer eines Handys nennen können. |
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