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Ein neues Leben beginnt...

Die Schwangerschaft mit meinem ersten Kind war völlig komplikationslos. Ich fühlte mich rundum pudelwohl und freute mich wahnsinnig auf mein erstes Kind. Das Geschlecht hatten wir uns vom Frauenarzt nicht verraten lassen, ich fand es schöner, mich überraschen zu lassen. Das Wichtigste für mich war, dass unser Kind gesund das Licht der Welt erblickte.

Die 40. Schwangerschaftswoche war bereits verstrichen und immer noch tat sich nichts. Langsam wurde ich doch etwas nervös und hibbelig, auch nervte es mich, jeden zweiten Tag beim Frauenarzt aufkreuzen zu müssen und Blut genommen zu bekommen. Von den blöden Sprüchen von Freunden und Verwandten mal ganz zu schweigen... Zwei Tage über dem Termin löste sich dann der Schleimpfropf, welch eine Erleichterung, doch zunächst war ich völlig von der Rolle, da ich nicht wusste, was das jetzt zu bedeuten hatte. Mein Frauenarzt beruhigte mich am Telefon und prognostizierte, dass die Geburt nun wohl bald losgehen werde.

Doch bis zum nächsten Morgen tat sich immer noch nichts. So schickte ich meinen Freund wie gewohnt zur Arbeit und stürzte mich - soweit das mit dem nun doch etwas störenden Babybauch noch machbar - auf meine Hausarbeit. Während ich das Küchenfenster putzte, merkte ich immer wieder mal ein Ziehen, dachte mir aber noch nichts dabei. So verging der Tag, wobei das Ziehen am Nachmittag doch schon deutlich mehr geworden war. Ich wartete mittlerweile ungeduldig auf meinen Freund, der nun bald Feierabend haben musste. Kaum war er zur Tür herein, bemerkte er auch sofort, dass “was nicht stimmte”. Er wollte auf der Stelle in die Klinik fahren, woraufhin ich ihn erst einmal beschwichtigen musste und ihm erklärte, dass das noch keine richtig dollen Wehen wären und noch viel zu unregelmäßig fürs Krankenhaus. Also blieben wir vorerst daheim. Schließlich wollte ich meine Lieblingssendung GZSZ nicht verpassen. Allmählich wurde das Ziehen doch schlimmer und es tat schon ziemlich weh, allerdings konnte ich immer noch keine rechte Regelmäßigkeit erkennen, daher ließ ich mir erst mal noch eine Badewanne ein. Das warme Wasser wirkte wohl wehenfördernd, denn kaum aus der Wanne gestiegen, kamen die Wehen nun stärker und regelmäßiger. Bald hatten wir den 5-Minuten-Abstand erreicht, bei dem wir laut Frauenarzt und Hebamme in die Klinik fahren sollten. Also packten wir die Tasche und fuhren mit der Nachbarin in das Belegkrankenhaus meines Frauenarztes. Bei der Anmeldung stellte ich enttäuscht fest, dass von den Hebammen, die ich kannte, leider keine Dienst hatte. So untersuchte mich zunächst eine sehr junge, aber freundliche Hebamme. Sie tastete nach dem Muttermund und stellte fest, dass dieser gerade mal einen Fingerbreit geöffnet sei und die Geburt wohl noch länger auf sich warten ließe. Da ich nicht die ganze Nacht “grundlos” in einem Krankenhaus verbringen wollte - die ich nebenbei bemerkt ohnehin hasse - bestand ich darauf, wieder heimzugehen. Die Hebamme benachrichtigte meinen Arzt - da mein Kindlein die Untersuchung verschlief - und holte sich sein O.K. Mein Freund war sichtlich nicht begeistert mich wieder mit heim zu nehmen, aber ich wäre unter keinen Umständen geblieben. Lieber daheim noch die Nacht aushalten und am nächsten Morgen wiederkommen. Das erschien mir in dem Moment für die beste Lösung. Und so holte uns der Schwiegerpapa wieder ab - denn mein Freund hatte keinen Führerschein. Schon auf dem Heimweg wurden die Wehen spürbar stärker und ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, sonst wäre mein Schwiegervater wohl postwendend wieder umgekehrt.

Zuhause angekommen schleppte ich mich unter Wehen schwerfällig in unsere Wohnung im dritten Stock. Ich machte mich im Bad etwas frisch, zog mich für die Nacht um und lümmelte mich aufs Sofa, um noch etwas fern zu sehen. Da kam wieder eine Wehe und es gab ein komisches Geräusch, die Fruchtblase war geplatzt, mitten auf unserem schönen Sofa. Ich rief meinen Freund aus der Küche herbei, er stand erst mal total fassungslos da und konnte gar nichts sagen, dann brach nervöse Hektik bei ihm und auch bei mir aus. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Da das Köpfchen laut der Untersuchung im Krankenhaus auch noch nicht richtig tief und fest im Becken saß, rief mein Freund einen Krankenwagen, da ich eigentlich nicht mehr laufen sollte. Die Sanis kamen auch knappe 8 Minuten später an und scheuchten mich - mit Handtüchern zwischen den Beinen - trotzdem zu Fuß die Treppen vom 3. Stock runter in den Krankenwagen.

Im Krankenhaus angekommen guckte die Hebamme nicht schlecht, als ich - kaum zwei Stunden später - schon wieder vor ihr stand bzw. besser gesagt mich vor ihr krümmte, denn die Wehen waren mittlerweile sehr schmerzhaft, um nicht zu sagen unerträglich.

So bezog ich gegen 21 Uhr ein Wehenzimmer in der Hoffnung, nun bald unser Kind in Armen halten zu können. Es wurde ein CTG geschrieben, Blutdruck und Muttermund wurden kontrolliert, letzterer stand auch nach stundenlangen Wehen immer noch bei 2 cm. Mittlerweile war ich völlig frustriert und k.o., ich konnte und wollte nicht mehr. Die Wehen waren so schmerzhaft und auch während der Wehenpausen, die nur kurz dauerten, konnte ich mich nicht richtig entspannen. Die Hebamme schlug mir vor, ein Bad zu nehmen, was ich dankend annahm. In der Wanne waren die Schmerzen tatsächlich viel erträglicher und ich wäre am liebsten gar nicht mehr rausgegangen. Doch die Hebamme kam nach nicht einmal einer halben Stunde und scheuchte mich heraus. Sie schlug vor, Spazieren zu gehen, was ich jedoch nicht konnte, da die Schmerzen zu stark waren. Die Hebamme - unbeeindruckt von meinem Gejammer - verschwand wieder und ließ sich stundenlang nicht mehr blicken.

Und so saß bzw. lag ich im Wehenzimmer und wehte vor mich hin. Mein Freund konnte mir auch nicht helfen, er bot mir an, den Rücken zu massieren, doch ich wollte konnte in dem Moment überhaupt keine Berührungen ertragen! So verging Stunde um Stunde, die Wehen wurden immer heftiger und die Abstände waren mittlerweile nur noch 1-2 Minuten, der Muttermundbefund war immer noch unverändert. Ich bettelte die Hebamme an, mir ein Schmerzmittel zu geben, sie brachte dann etwas, was aber überhaupt keine Wirkung zeigte, ich bekam unter den Schmerzen nicht einmal mehr mit, was es war. Überhaupt kam es mir so vor, als ob die Hebamme nur eine ruhige Nacht haben wollte und reagierte total genervt und unfreundlich, wenn ich oder mein Freund nach ihr klingelten. Gott sei Dank war um 6 Uhr morgens Schichtwechsel und der liebe Gott hat wohl mein Flehen erhört, denn es kam eine sehr verständnisvolle, ältere Hebamme, hab Dank!!! Sie untersuchte mich und machte mir Mut, doch sie hatte auch gesehen, dass ich mit meinen Kräften schon am Ende war, denn sie schlug vor, den Anästhesisten zwecks einer PDA zu holen. Zuvor musste jedoch erst noch eine Blutuntersuchung erfolgen, das hatte die Nachthebamme nämlich versäumt zu veranlassen, obwohl ich bereits während der Nacht den Wunsch nach einer PDA äußerte!

Dann ging alles ruck zuck. Blutabnahme, die Hebamme verpasste mir einen Einlauf und dann stand der Anästhesist auf der Matte und stach mir mit einer ewig langen Kanüle in den Rücken! Nie im Traum hätte ich vorher daran gedacht, dass ich mir irgendwann mal freiwillig eine “ Spritze ” verpassen lassen würde! Aber mir war wirklich schon alles egal. Der Anästhesist witzelte dann noch, wieso ich den Wehenschmerz denn nicht aushalten könne, ich sei doch schließlich tätowiert, dass müsse doch auch sehr schmerzhaft gewesen sein.... Keine Ahnung der Mann, wenigstens hat er seine Arbeit gut gemacht!

Unter der Wirkung PDA öffnete sich dann der Muttermund binnen zwei Stunden von 2 auf 7 cm und so konnte es nicht mehr allzu lang dauern, bis wir endlich unser Mäuschen im Arm halten durften.

Die Wirkung der PDA ließ allmählich wieder nach und die Schmerzen wurden wieder unerträglich, doch die Hebamme wollte nichts mehr nachspritzen, warum, weiß der Himmel. Und so musste ich die Schmerzen wieder aushalten. Um 9 Uhr morgens schaute dann auch wieder mein Frauenarzt vorbei - zwischendurch hatte er zwei andere Frauen entbunden und ab und an bei mir nach dem Rechten gesehen, was mich nicht gerade motiviert hat. Doch jetzt machte er mir Mut, “ er käme jetzt dann gleich zur Geburt ” . Und tatsächlich, war der Muttermund um halb 10 Uhr 9 cm auf und ich spürte die ersten Presswehen. Leider waren diese nicht sehr effektiv, zwischenzeitlich trudelte auch mein Frauenarzt ein. Während der Presswehen rutschte das Köpfchen unseres Kindes immer wieder zurück und es half alles nichts. Nachdem wohl die Herztöne schlechter wurden, während mein Blutdruck immer höher wurde, bearbeiteten mich mein Frauenarzt und die Hebamme gleichzeitig, indem sie sich mit ihren Oberarmen auf meinen Bauch schmissen und das Kind versuchten, nach unten mit rauszudrücken, während ich presste. Mein Freund hatte zwischenzeitlich den Kreissaal verlassen, sonst wäre er wohl umgekippt. Ich war ihm aber nicht böse deswegen, wenn ich gekonnt hätte, wäre ich mit rausgegangen *g*.

Und dann endlich - nach einer heftigen Presswehe - erblickte unser Kind das Licht der Welt. Nachdem Mund und Nase abgesaugt worden war, kam auch der erste zaghafte Schrei, der aber sogleich ziemlich lautstark anschwoll vor Empörung, in welch grelle, schrille Welt es da geboren worden war. Ich war so erschöpft und gleichzeitig fasziniert, als man mir dieses kleine Geschöpf auf den Bauch legte, dass ich total vergaß, dass mein Freund noch vor der Tür stand. Die Hebamme hat ihn dann wohl hereingeholt. Die Hebamme machte dann auch ein erstes Geburtsfoto. Erst dann erfuhren wir, dass wir ein Töchterchen bekommen hatten. Im ersten Moment war die Frage nach dem Geschlecht total in den Hintergrund gerückt, auch auf die Frage der Hebamme, wie die Kleine denn heißen solle, wussten wir zunächst keine Antwort. Früher hat man oft den Namen der Hebamme gewählt, meine hieß Miriam, aber das kam für uns nicht in Frage. So suchte mein Freund einen Namen aus, mit dem auch ich einverstanden war, obwohl - wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir jetzt eine Kim, worüber meine mittlerweile fast 10-jährige Tochter auch sehr erfreut gewesen wäre.

Wir haben übrigens ein Sternenguckerkind, d.h. das Köpfchen war nicht im richtigen Winkel ins Becken eingestellt, dadurch konnte sie nicht durch den engen Geburtskanal und blieb mit ihrem Kopf immer auf meinem Becken hängen. Die Druckstelle sah man nach der Geburt noch tagelang, ist dann aber verschwunden.

Im Nachhinein bin ich froh und dankbar, dass ich unsere Tochter - trotz der langen Wehenzeit - auf normalem Wege bekommen konnte und kein Kaiserschnitt oder Saugglocke notwendig waren.

Keine zwei Stunden alt war unsere Maus - da kamen schon Opa und Oma, um ihr Enkelkind zu begutachten und natürlich ihre Glückwünsche zur Geburt auszusprechen und auch das eine oder andere Geschenk zur Geburt wurde gleich mitgebracht. Es folgten noch unzählige Geschenke, Glückwünsche und Grußkarten aller Verwandten und Freunde, von meinem Freund bekam ich ein besonderes Geschenk als Symbol für die Geburt. Von Freunden wurden wir oft gefragt, weshalb wir kein Geburtsvideo gemacht haben oder zumindest Bilder während der Geburt, aber das überlasse ich getrost den anderen, ist nicht so mein Fall.

Als Danksagung für die vielen Glückwünsche und Geschenke haben wir später eine Grußkarte mit einem Foto unserer Maus und einem schönen Geburtsgedicht versand.

 

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