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Geburtsbericht von Tanja - Schwangerschaft, Baby, Gedichte

 

Die Geburt meiner Tochter war für den 19. März 2005 berechnet worden.

Knapp acht Wochen zuvor hatte ich bei meiner niedergelassenen Hebamme mit dem Geburtsvorbereitungskursus begonnen, in dem wir über den Ablauf der Geburt und die verschiedenen Entspannungsübungen und Atemtechniken informiert wurden. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, sich mit den anderen werdenden Eltern auszutauschen und so wuchs die Spannung auf mein Baby jede Woche ein Stückchen mehr!

Zu Hause richtete ich das Kinderzimmer ein, wusch die Babywäsche und entwarf die Geburtsanzeige. Besonders schwierig war es, einen passenden Spruch oder ein Gedicht hierfür zu finden. Aber schließlich wurde ich doch noch im Internet fündig! Dazwischen fanden die regelmäßigen Kontrollen beim Gynäkologen statt, auf die ich mich immer besonders freute, da ich mit Hilfe des Ultraschallgerätes bereits meine Tochter sehen konnte!

Schon in der 32. Schwangerschaftswoche stellte mein Gynäkologe fest, dass das Köpfchen auf dem Muttermund lag und ich somit, falls ich einen vorzeitigen Blasensprung bekommen hätte, nicht mehr liegend in die Klinik hätte fahren müssen. Das fand ich schon einmal sehr erleichternd!

Die Schwangerschaft war insgesamt komplikationslos abgelaufen und daher blickte ich auch der Geburt sehr entspannt entgegen. Angst hatte ich überhaupt keine, da ich mir sagte, dass ich mit Sicherheit das kann, was auch schon Millionen Frauen vor mir geschafft hatten.

Drei Tage vor dem errechneten Geburtstermin verspürte ich ein leichtes Ziehen im Rücken, Wehen waren zu diesem Zeitpunkt im CTG aber noch nicht nachzuweisen. Der Klinikkoffer stand schon seit ein paar Wochen gepackt in meinem Schlafzimmer und ich wartete gespannt darauf, wann es losgehen würde. Zusätzlich hatte ich mich dafür entschieden, das Nabelschnurblut meiner Tochter einfrieren zu lassen, da es Stammzellen enthält, die vielleicht später einmal ihr, bei gesundheitlichen Problemen, von Nutzen sein können. Hierfür hatte mir die private Blutbank ein Entnahmeset zugeschickt, was ich zur Geburt mit in die Klinik nehmen sollte.

Am 19. März dann stolperte ich beim Treppenhinabsteigen und fiel auf Bauch, Gesicht und Hände. Ziemlich erschrocken und ängstlich, dass bloß meinem Baby nichts passiert wäre, fuhr ich in die Klinik. Dort konnte man mich aber nach einer gynäkologischen Untersuchung und einem Ultraschall beruhigen. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt schon 1 cm geöffnet.

Wir fuhren also wieder nach Hause. Am späten Abend jedoch setzten die Wehen dann ein und kamen gleich im 3-Minuten-Rhythmus. Ich duschte noch schnell und dann fuhren wir in Windeseile in die Klinik. Dort angekommen, musste ich erst im Auto eine Wehe veratmen, bevor ich es wagen konnte auszusteigen und ins Gebäude zu laufen. Meine Mutter, die mich zur Entbindung begleitete, nahm den Klinikkoffer und ich den Karton mit dem Zubehör zur Entnahme des Nabelschnurblutes. Ich wurde gleich in einen der acht Kreißsäle gebracht und bekam ein homöopathisches Mittel zur Entspannung. Auf diese Weise wurden die zu diesem Zeitpunkt schon sehr heftigen, aber unrhythmisch verlaufenden Wehen etwas gedämpft, lange nützte dies jedoch nichts. Schon kurze Zeit später waren die Wehen in der Eröffnungsphase erneut so heftig und ohne eine Pause, dass ich ein Schmerzmittel per Infusion bekam. Dies half mir wenigstens, immer eine Minute Pause zwischen zwei Wehen zu verschaffen, in denen ich etwas aufatmen konnte. Die Hebammen rieten mir, mich möglichst auf die Seite zu legen, Stehen oder gar Gehen waren für mich unmöglich. Doch auch die Seitenlage war sehr unangenehm. Zu den Rückenschmerzen, kamen noch Krämpfe im Bauch und im rechten Oberschenkel. Dennoch, in den Wehenpausen war ich absolut schmerzfrei und so brauchte ich keine PDA.

Ich hatte schon vor der Geburt mit den Hebammen und Ärzten besprochen, dass ich nach Möglichkeit keine PDA erhalten wollte. Mir war es wichtig, eine möglichst natürliche Geburt zu erleben, außerdem war mir bei dem Gedanken an die möglichen Komplikationen bei einer PDA auch nicht ganz wohl.

Nach sieben Stunden Wehen wurden die Schmerzen noch einmal recht heftig, und ich bekam daher ein weiteres Schmerzmittel gespritzt. Kurz darauf erfolgte der Blasensprung und sofort setzten heftigste Presswehen ein, die nichts schmerzhaft waren, sondern einfach sehr anstrengend. Da der Muttermund aber noch nicht vollständig eröffnet war, durfte ich noch nicht pressen, es ließ sich jedoch kaum vermeiden. Innerhalb der nächsten 30 Minuten öffnete sich der Muttermund um 7cm und war dann vollständig. Ich sollte mich auf den Gebärhocker setzen und mitpressen. Das zog sich dann noch eine Stunde so hin. Zwischendurch wurden die Wehen plötzlich weniger, so dass ich wehenfördernde Medikamente bekam. Auch Sauerstoff bekam ich zu atmen, da die Herztöne meiner Tochter unter dieser Anstrengung schwächer wurden und ein ernsthafter Sauerstoffmangel natürlich vermeiden werden sollte. Gott sei Dank besserte sich ihr Zustand schon nach kurzer Zeit! Nach einer Stunde sollte ich runter vom Gebärhocker und mich wieder auf das Kreißbett legen, die Geburt ging nicht voran. Der Arzt wurde gerufen und entschied den Einsatz der Saugglocke, da meine Tochter im Geburtskanal feststeckte und wir beide es aus eigener Kraft nicht geschafft hätten, die Geburt möglichst schnell zu beenden.

Um die Saugglocke einzusetzen, musste ein Dammschnitt gemacht werden, der beim Durchtritt des Kopfes leider zu einem Riss 3.Grades wurde. Ich selber bekam von all dem nichts mit, das Gewebe stand zu sehr unter Spannung als dass ich hätte Schmerzen verspüren können. Sofort nach der Geburt wurde mir meine Tochter in die Arme gelegt und ich hatte kurz Zeit, um dieses kleine Wesen zu bestaunen und ihr ihren Vornamen zu geben. Meine Mutter machte Fotos von uns beiden. Gleichzeitig bekam ich einige Akupunkturnadeln gesetzt, damit sich die Plazenta schneller ablöse. Meine Tochter musste dann aber zur Beobachtung in einen Nebenraum, da sie leichte Anpassungsschwierigkeiten hatte.

Sie blieb eine Stunde auf der Säuglingsstation. In dieser Zeit wurde die Nachgeburt kontrolliert und der Dammriss genäht. Auch dies tat nicht weh. Die ersten drei Tage schmerzte die Naht unter Bewegung sehr und musste häufig gekühlt werden. Dann aber wurde es mit jedem Tag deutlich besser und nach einer Woche hatte ich so gut wie gar keine Beschwerden mehr.

Alles in allem war die Geburt meines ersten Kindes mit neun Stunden Dauer sehr kurz gewesen und für mich ein positives, faszinierendes Erlebnis. Natürlich war es mitunter sehr schmerzhaft, aber die Anwesenheit meiner Mutter, die mir immer Mut machte und mit mir atmete, hat mir unwahrscheinlich geholfen durchzuhalten und im Nachhinein bin ich sehr, sehr stolz darauf, es ohne PDA geschafft zu haben. Ich glaube, dass mir ohne diesen Wehenschmerz etwas bei der Entbindung gefehlt hätte. So merkwürdig es sich auch anhören mag, aber es wäre dann nur eine „halbe“ Geburt gewesen.

 

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