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Geburtsbericht von Steven-Niklas

 

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Geburtsbericht von Steven-Niklas

Am Sonntag, dem 19.06.2005 gingen nachmittags ganz leichte Wehen los. Da der Geburtstermin für den 20. berechnet war, hatte ich ein gutes Gefühl, alles verlief genau nach Plan.

Um die Wehen etwas anzukurbeln, gingen mein Mann und ich ein wenig spazieren.

Es änderte sich aber nichts, die Wehen wurden nicht stärker und die Abstände blieben lang und unregelmäßig.

 

Deswegen fuhr mein Mann auch abends zur Nachtschicht, allerdings immer darauf gefasst, dass ich ihn anrufe und wir in die Klinik müssen.

Ich war bestens vorbereitet, die Kliniktasche war längst gepackt. Und so verbrachte ich den Abend allein, immer in Wartestellung und in mich und die Wehen hineinlauschend.

Ich ging auch nicht schlafen sondern vertrieb mir die Zeit mit Fernsehen oder im Internet.

 

Mitten in der Nacht wurden die Wehenanstände dann regelmäßiger, so alle 6 bis 7 Minuten. Der Schmerz war spürbar, aber auszuhalten. Da ich aber keine Erfahrung mit Wehen hatte und etwas unsicher war, rief ich meinen Mann an, dass er besser heimkommen sollte.

Und ganz früh am Morgen machten wir uns auf den Weg in die Klinik.

Es war ein seltsames Gefühl, als ich das Haus verließ und wusste, das nächste Mal, wenn ich herkomme, werde ich mein Kind mit dabeihaben und nichts wird mehr sein wie früher.

 

Die Hebamme, die uns im Kreissaal empfing, war nicht sonderlich freundlich. Wahrscheinlich hatten wir sie geweckt. Sie nahm mich mit zur Untersuchung, doch der Befund war nicht sehr ermutigend. „Das sind noch lange keine Geburtswehen!“ war ihr Kommentar. Doch wir sollten lieber hierbleiben und etwas herumlaufen und nach einer Stunde noch mal zur Untersuchung kommen.

Ich dachte nur erschrocken, wie schlimm sollen dann Geburtswehen sein? Ich empfand das jetzt schon als recht schmerzhaft!

 

Also wanderten wir treppauf, treppab durch die Klinik. Und ca. aller drei Minuten musste ich stehenbleiben und mich irgendwo festhalten, weil die Wehe so schmerzhaft war und ich mich krümmte dabei.

Bei der nächsten Untersuchung und einer Stunde am CTG kam aber dann die gute Nachricht, dass der Gebärmutterhals verstrichen und der Muttermund 1 cm weit offen sei. Also hatte sich das Wandern doch gelohnt, ich war zuversichtlich.

 

Es war mittlerweile hell geworden, Schichtwechsel.

Die neue Hebamme war sehr nett und schickte mich in den leeren Kreissaal, „Wehenarbeit“ verrichten, wie sie das nannte. Und meinen Mann schickten wir noch einmal heim zum ausschlafen, der war ja enorm müde und konnte im Moment auch nicht viel tun.

 

Ich blieb also im Kreissaal und versuchte, mit den doch stärker werdenden Wehen bestmöglich zurechtzukommen. Ich probierte verschiedene Stellungen aus, am Seil oder auf dem Ball...

Aber alle Untersuchungen, die zwischenzeitlich gemacht wurden, brachten nur ein Ergebnis: keine muttermundwirksamen Wehen.

Nachmittags kam mein Mann wieder ins Krankenhaus und wir beratschlagten uns mit der Hebamme, wie es weitergehen sollte.

Mein Mann und ich sollten noch eine Runde spazieren gehen, hinterher würde ich noch einmal untersucht.

 

Es war superheiß draußen und ich quälte mich den Weg entlang. Ich liebe ja Spaziergänge, aber dieser war echt furchtbar.

Da sich die Klinik in der selben Stadt befindet, wo auch meine Firma ihren Sitz hat, schoss mir plötzlich ein seltsamer Gedanke durch den Kopf: „Dies wird mein schwerster Arbeitstag hier in E.! Und wenn ich den überstehe, können mich zukünftig schwierige Situationen auch nicht mehr aus der Bahn werfen.“

 

Zurück in der Klinik, Schichtwechsel.

Die neue Hebamme , Frau L., war mir schon bekannt, ich mochte sie sehr gern. Sie war etwas älter und ein wenig resolut, irgendwie „hart aber herzlich“.

Die letzte Untersuchung hatte leider nichts neues gebracht, wie enttäuschend!

Da ich nun schon seit über 24 Stunden auf den Beinen war, kaum gegessen und getrunken hatte und ziemlich fertig war, sollte ich mich erst einmal auf dem Zimmer etwas ausruhen.

Abends sollte ich dann wieder zum CTG kommen.

Mein Mann fuhr wieder heim und ich versuchte zu schlafen und etwas Kraft zu schöpfen. Aber die Schmerzen waren so stark, dass Schlafen kaum möglich war.

 

In meinem Zimmer lag noch ein ganz frische Mama, die hatte ihr Mädchen vor einigen Stunden erst zur Welt gebracht. Sie war ganz fürsorglich und versuchte, mir Mut zu machen. Aber ehrlich gesagt, wenn ich sie so glücklich mit ihrem Baby sah, machte mich das ganze eher noch mutloser. Wieso brauchten andere Frauen für die Geburt nur ein paar Stunden und ich quälte mich schon so lange herum, ohne nennenswerten Erfolg?

 

Gegen 18 Uhr ging ich wieder in den Kreissaal zum CTG. Da meine Hebamme Frau L. gerade nicht abkömmlich war, untersuchte mich eine Beleghebamme, die noch von der letzten Geburt zugegen war und eigentlich nicht zur Klinik gehörte.

Ich ahnte schon, dass sich nichts an meinem Muttermund geändert haben würde und die Untersuchung bestätigte das auch.

Die Hebamme sagte zu mir, sie könnte einen „Kunstgriff“ machen, der den Muttermund aufdehnt. Das würde die Geburt um einige Stunden beschleunigen, aber ich dürfe es keinem vom Personal sagen, dass sie das getan hat, weil das nicht so ganz „legal“ war. Eigentlich war mir das ganze nicht so geheuer, aber angesichts meiner Schmerzen und der trostlosen Situation sagte ich zu.

Was die Hebamme genau gemacht hat, weiß ich nicht, aber es tat ziemlich weh. Jedoch bei der nächsten Untersuchung war der Muttermund 3-4 cm geöffnet und es tat sich wieder was!

 

Meine Zuversicht kam zurück und als Hebamme L. vor dem Schichtwechsel noch einmal hereinschaute, sagte sie zu mir: „Und morgen früh, wenn ich wiederkomme, schaue ich mir das Baby an!“

 

Schichtwechsel

Die Hebamme, die jetzt kam kannte ich schon von früheren Untersuchungen und sie war mir nicht sehr sympathisch. Ich dachte mit Schrecken daran, dass gerade SIE mich vielleicht durch die schwierigsten Stunden begleiten sollte.

Ich bekam einen Einlauf, vor dem es mich auch schon die ganze Zeit gegraust hatte. Aber egal, wenn das die Geburt weiter vorantreiben würde, dann war es mir recht. Die ganze Prozedur brachte einen weiteren cm Öffnung am Muttermund, der jetzt ca. 5 cm offen war.

 

Mein Mann war auch wieder in die Klinik gekommen und die Hebamme schlug vor, ich sollte in die Badewanne gehen. Das Wasser tat mir überhaupt nicht gut. Mir war auch egal, ob darin irgendwelche entspannenden Duftöle schwammen oder nicht. Ich konnte mich in den Wehen einfach nicht entspannen, obwohl das so wichtig gewesen wäre, der Schmerz war einfach zu heftig.

Nach 2 Stunden Wanne war der Muttermund nur um 1 cm weiter offen, ich konnte es kaum glauben. Die ganze Quälerei für einen lächerlichen Zentimeter?

 

Eine Ärztin kam und untersuchte mich während einer Wehe, ich bin vor Schmerz fast ausgeflippt. Ich habe sie nur angeschrien, sie soll ihre Hand aus mir rausnehmen. Dann habe ich doch um ein Schmerzmittel gebeten.

Eine PDA wollte ich ja nicht, das hatte ich mir von vornherein vorgenommen. Ich wollte die Geburt so erleben, wie sie war, nicht „feige“ sein und den Schmerz ausblenden. Aber als das Schmerzmittel von der Ärztin nicht half, dachte ich schon über eine PDA nach.

 

Die nächsten Stunden verbrachte ich mal im Liegen, mal im Stehen, die Wehen kamen und gingen.

Ich lag dann irgendwann im Kreissaal auf dem Bett und fror erbärmlich, weil ich fix und fertig war. Ich bekam etwas zum Zudecken und wurde an einen Glukosetropf angeschlossen.

Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, weil ich noch eine Schmerzspritze bekommen hatte und dann zwischen den Wehen immer wieder eingeschlafen bin. Ich denke, die Spritze hat mich auch etwas benommen gemacht.

Morgens gegen vier Uhr platzte endlich die Fruchtblase und nun gingen die Wehen noch mal richtig los!

Sie waren so heftig und kamen immer schneller. Meine Hebamme schickte mich noch einmal zur Toilette und so wankte ich mit dem Tropf und von meinem Mann gestützt zum WC. Ich fand es in diesem Moment von der Hebamme ziemlich daneben, dass sie mich mit diesen Schmerzen noch mal losschickte, aber für die Geburt soll das wohl besser sein.

 

Nun war es auch soweit, dass ich – Stolz hin, Stolz her- auch mit einer PDA einverstanden war, Hauptsache der Schmerz würde endlich aufhören! Ich äußerte meinen Wunsch, aber anscheinend war es jetzt schon zu spät dazu.

In dieser Situation fühlte ich mich von der Hebamme etwas im Stich gelassen, kein einziges mal kam etwas motivierendes über ihre Lippen. Ein Satz wie “das schaffe sie auch ohne PDA!“ oder „es dauert nicht mehr lange!“ hätte mir so geholfen! Aber sie saß nur etwas genervt da und dachte wahrscheinlich, ich solle mich nicht so herumzieren.

 

Ich sollte mich dann lieber hinstellen als legen, damit das Baby mit Hilfe der Schwerkraft besser nach unten drücken kann. Eigentlich wollte ich nur noch liegen und aufgeben, aber ich rappelte mich wieder hoch.

Das fühlte sich nun schon irgendwie nach Presswehen an! Ich musste mich wieder hinlegen.

 

Schichtwechsel,

Frau L. kam zur Frühschicht herein. Sie sah mich hier so liegen und sagte “ Ich wollte mir doch das Baby ansehen. Nun holen wir aber den Kleinen!“. Und plötzlich ging es los.

Ich erinnere mich an das Ganze als eine sehr konstruktive, ermutigende Situation.

Frau L. sagte nur, ich solle immer machen, was sie sagt und das wir das schon schaffen und rief nach der Ärztin.

Und dann musste ich pressen, anhalten, pressen, durchatmen...pressen.

 

Die Ärztin und meine Hebamme stützen und motivierten mich, das war wirklich toll.

Und Frau L. sagte immer „Super machen Sie das“ und plötzlich „Man sieht schon das Köpfchen!“. Das konnte ich dann gar nicht glauben, erst als ich es selbst mit der Hand fühlte.

So lang hatte es bisher gedauert und nun sollte nach nur ein paar Minuten schon das Köpfchen sichtbar sein? Unvorstellbar!

Die Schmerzen waren zwar heftig, aber ich konnte endlich mithelfen, etwas tun. Das war ein gutes Gefühl und alles war nicht mehr so tragisch, auch der Schmerz nicht mehr.

 

Als dann kurze Zeit später mein kleiner Steven auf meinem Bauch lag, war das ein super schönes Gefühl. Der Kleine war noch ganz bläulich und noch etwas fremd, aber er hatte schon solch ein süßes Gesichtchen! Ich war so erleichtert, alles war beinahe wie im Traum.

 

Es war 6:47 Uhr, von mir unbemerkt hatte ein sonniger und warmer Tag begonnen. Der 21. Juni, Sommeranfang.

 

Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden und die Untersuchungen ergaben, dass alles mit unserem Steven in bester Ordnung war. Er war 51 cm groß und 3380 Gramm schwer.

 

Die Plazenta wurde gerade noch im erlaubten Zeitrahmen geboren, ehe eine Ausschabung hätte stattfinden müssen. Und ich hatte weder Verletzungen, einen Dammschnitt oder eine PDA bekommen, alles war bestens verlaufen.

Wir hatten allen Grund, uns zu freuen, am allermeisten natürlich über unseren kleinen süßen Steven.

 

 

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